Reinigung und Pflege von Fahrzeugteilen mit Beschichtung/ Lackierung.

Pflegeanleitung für Pulverbeschichtungen

Wie pflege ich meine pulverbeschichteten Teile?

Pulverbeschichtete Oberflächen sind widerstandsfähig und langlebig, wo mit der richtigen Pflege Glanz und Schutzeigenschaften über viele Jahre erhalten bleiben. Wer zusätzlich eine Langzeitversiegelung wünscht, kann bei glatten Pulverbeschichtungen (nicht bei Feinstruktur oder Wrinkle-Oberflächen) auf spezielle Schutzprodukte zurückgreifen.

Bewährt haben sich hier drei hochwertige Pflegeprodukte:

  • Klassik Glass – der Nachfolger des bekannten Liquid Glass, eine klassische Hochglanzversiegelung.

Alle drei Produkte sind frei von Wachs, Silikon und Schleifmitteln und bieten einen dauerhaften Schutz vor Schmutz, Feuchtigkeit und Umwelteinflüssen. Sie werden in ein bis drei dünnen Schichten aufgetragen und erleichtern künftige Reinigungen deutlich.

Warum eine Versiegelung vor dem Einbau sinnvoll ist?
Gerade neu beschichtete Bauteile stellen den idealen Ausgangspunkt für eine Versiegelung dar. Die Oberfläche ist ab Werk absolut sauber, fettfrei und unbeansprucht – also frei von Staub, Öl oder Rückständen.

Eine direkt nach der Fertigstellung aufgebrachte Versiegelung, versiegelt diese makellose Oberfläche dauerhaft. Das bietet mehrere Vorteile:

  • Schutz ab dem ersten Kilometer: Bereits beim Einbau und im anschließenden Betrieb sind die beschichteten Flächen optimal gegen Schmutz, Bremsstaub und Feuchtigkeit geschützt.
  • Erhalt des Glanz- oder Mattgrads: Glänzende, satinierte und matte Beschichtungen behalten ihren ursprünglichen Look länger bei.
  • Leichtere Reinigung in Zukunft: Schmutzpartikel haften schlechter an der versiegelten Oberfläche, was Pflege und Wartung vereinfacht.
  • Langfristige Werterhaltung: Der Oberflächenschutz reduziert Mikrokratzer und Oxidationseffekte, was besonders bei sichtbaren Fahrzeugteilen wichtig ist.

Kurz gesagt: Wer seine frisch beschichteten Teile gleich nach Erhalt versiegelt, schützt nicht nur das Finish, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Beschichtung erheblich.

Fallbeispiel 1: Fahrzeugteile mit Glanz-Pulverbeschichtung

Bevor gereinigt oder poliert wird, sollten die pulverbeschichteten Oberflächen zunächst gründlich vorgereinigt werden.
Am besten eignet sich dafür ein Wasserschlauch mit Spritzpistole und verstellbarer Düse, um groben Schmutz und Staub schonend zu entfernen. Vom Einsatz eines Hochdruckreinigers ist abzuraten – falls doch genutzt, bitte mindestens 70 cm Abstand halten!

Für große, glatte Sichtflächen bietet sich die Handwäsche mit einem Mikrofaserwaschhandschuh/ weichen Schwamm, sowie einem Eimer Warmwasser mit Glanzshampoo an. So bleibt der Glanzgrad der Pulverbeschichtung dauerhaft erhalten.

Empfehlenswert ist die Zwei-Eimer-Methode:
Ein Eimer enthält das Shampoo-Wasser, der zweite nur klares Wasser zum Ausspülen des Waschhandschuhs. Dadurch gelangen kaum Schmutzpartikel zurück in den Shampoo-Eimer, was feine Kratzer vermeidet.

Bei filigranen oder schwer zugänglichen Bauteilen – etwa bei Sprossendesign oder engen Winkeln – können weiche Bürsten helfen. Lässt sich hartnäckiger Schmutz nicht lösen, schafft Reinigungsknete in der Regel zuverlässig Abhilfe.

Zum Schluss die gereinigten Teile mit klarem Wasser abspülen und entweder an der Luft trocknen lassen oder mit einem Mikrofasertuch abtrocknen.

Fallbeispiel 2: Motorrad-Drahtspeichenräder mit Pulverbeschichtung

Bei pulverbeschichteten Motorrad Speichenrädern ist die Reinigung, abhängig vom Speichensystem, oft nicht ganz so einfach. Auf den Einsatz von Felgenreinigern sollte trotzdem verzichtet werden. Felgenreiniger können in Fügeflächen, etwa an den Speichennippeln eindringen, dort Rückstände hinterlassen, Alu oder Guß Elemente angreifen und zur Fleckenbildung führen.

Beginnen Sie auch hier mit der Vorwäsche gemäß Fallbeispiel 1. Anschließend die Felgen mit einem Eimer Warmwasser und Glanzshampoo, sowie einem Mikrofaserwaschhandschuh, weichen Schwamm oder Naturhaarpinsel reinigen. Es gibt auch Flausch Bürstenaufsätze, welche in einen Akkuschrauber gespannt werden können, um das Speichengebäude und Bereiche an der Nabe effizienter zu reinigen.

Um Kalkflecken durch Leitungswasser zu vermeiden, die Räder nicht an der Luft trocknen lassen, sondern mit einem Mikrofasertuch sorgfältig abtrocknen. Wer besonders gründlich arbeitet, kann mit Druckluft und Ausblaspistole verbleibendes Wasser rund um die Speichennippel entfernen – so entstehen keine Wasserflecken auf den Sichtflächen.

Als praktischen Abschluss empfiehlt es sich, in jeden Speichennippel einen kleinen Tropfen z.B. Ballistol zu geben. So bleiben die Gewinde gängig, falls irgendwann einmal Zentrierarbeiten nötig sind.

3 Kommentare
  1. Joachim sagte:

    [Konversation vom Facebook Blog]

    Wenn schon Oberflächenbeschädigungen da sind, kann man sie auspolieren? Wenn ja, mit was?

    Antworten
    • Friedrich Menze Jr sagte:

      Hallo Joachim,

      das ist von mehreren Faktoren abhängig und würde thematisch genug Stoff für einen weiteren Beitrag bieten. Habe mir das mal notiert und werde da in kommenden Beiträgen drauf zurückkommen. Um das Thema kurz anzuschneiden: Bei starken Steinschlagschäden ist nicht viel zu machen, außer Entfetten und einen Klarlacktupfer drauf. Bezüglich zerkratzte Oberflächen, hängt zum Einen davon ab wie tief der Kratzer ist und zum Anderen um welche Farbe es sich handelt. Bei Glanz-UNI-Tönen und Schwarz kann man z.B. mit 2000er Schleifpapier + Alupolitur (Shine von Autosol) + Lackpolitur schon wieder einiges retten. Aber wie schon gesagt, ich würde das Thema später noch einmal im Detail aufgreifen, da hier wirklich viel schief gehen kann.

      Antworten

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